Sie war Pflanze des Jahres 2005


und hat viele Namen:
Feldzichorie, blaue Sonnenwende, Sonnenwirbel, Wegleuchte, Wilde Endivie, Wegweiß, Weglug, Sonnenkraut, Hindläuffe, Faule Gretel, verfluchte Jungfer, Zigeunerblume, Rattenwurz und Cichorium intybus.
Durch Züchtung entstanden im Laufe der Zeit Sorten mit dicken Wurzeln, aus denen man durch Rösten Kaffee-Ersatz hergestellt hat. Dies fand besonders im 2. Weltkrieg Anwendung.

Aus der Wurzelzichorie ging in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch eine zufällige Entdeckung der Chicorée hervor. Man erzählt die Geschichte, dass einige Bauern in der Nähe von Brüssel eine so reichhaltige Ernte an Zichorienwurzeln hatten, dass sie nicht alles sofort zur Kaffeeersatzherstellung verkaufen konnten. So schlugen sie die Wurzeln im Gewächshaus ein. Als sich im Winter die kräftigen Blattknospen entwickelten, fanden sie heraus, dass diese einen knackigen, wohlschmeckenden Wintersalat ergaben. 1873 stellte Henri Vilmorin das neue Gemüse auf der internationalen Gartenausstellung vor. Seitdem ist Chicorée in allen Ländern Europas bekannt.

Die Wegwarte ist sehr genügsam und sie gedeiht auf Schotter, Ödland, nährstoffarmen Wiesen und anderen kargen Böden. Gerne hat sie den Standort nicht zu feucht und ausreichend sonnig.
Sie kann bis zu 1,2 Meter hoch werden. ihre Blütezeit ist etwa von Mai bis September.
Die Blüten sind hellviolett bis hellblau gefärbt. Ihre Enden sind gefranst, sie weisen je fünf "Fransen" auf.
05.Mai 2007 Es war im Mai 2006, als wir hinzu kamen, wie ein Ackerrain gepflügt und verändert werden sollte. Auf dem Stück standen mehrere Wegwarten, die plötzlich einfach weg geworfen werden sollten.
Vorsichtig buddelten mein Mann und ich die Pflanze aus. Dabei stellten wir fest, dass sie eine sehr lange Standwurzel hat. Leider hatten wir diese ein Stückchen abgebrochen.
Jedenfalls nahmen wir die sehr traurig aussehende Pflanze mit nach Hause und pflanzten sie zunächst in einen Blumentopf.
Jeden Tag schauten wir nach ihr, doch sie wollte sich nicht wohlfühlen. Einige Tage waren inzwischen vergangen, als ein Bekannter uns den Rat gab, die Pflanze zurückzuschneiden und nur die Blätter stehen zu lassen. Gesagt, getan. Von nun an ging´s bergauf mit der Wegwarte. Sie begann sogar neue Blätter zu schieben. Unsere Freude war riesig :o))
24. Mai 2007Irgendwann meinten wir dann, dass sie jetzt eigentlich umgesetzt werden könnte. Aber welchen Platz sollten wir ihr anbieten?
Endlich hatten wir ihn gefunden. Wir buddelten ein tieferes Loch vor unserem Gartenbrunnen, wo die ganzen Kieselsteine lagen und setzten "UNSERE" Wegwarte da hinein. Wir haben ihr gut zugeredet und jeden Tag nach ihr gesehen. Zusehends erholte sie sich und ließ uns sehen, dass es ihr bei uns gefiel. Sie hat den Winter, der in dem Jahr besonders mild war, sehr gut überstanden und hat uns ein üppiges Blattwerk beschert.
Auf den ersten Blick meinten wir, einen riesigen Löwenzahn vor uns zu haben. Soviel Ähnlichkeit besteht zwischen den Blättern der beiden Pflanzen.
Die Aufnahme oben entstand am 05.5.2007 und die auf der rechten Seite wurde am 24. Mai 2007 gemacht.

Inzwischen ist unsere geliebte Wegwarte auf stattliche 148 cm herangewachsen und dankt ihre Aufnahme durch zahlreiche Blüten. Sie ist ein sehr hübscher Bestandteil unseres Gartens geworden.

20. Juni 2007
Wegewarte

Es steht eine Blume,
Wo der Wind weht den Staub,
Blau ist ihre Blüte,
Aber grau ist ihr Laub.

Ich stand an dem Wege,
Hielt auf meine Hand,
Du hast Deine Augen
Von mir abgewandt.

Jetzt stehst du am Wege,
Da wehet der Wind,
Deine Augen, die blauen,
Vom Staub sind sie blind.

Da stehst du und wartest,
Daß ich komme daher,
Wegewarte, Wegewarte,
Du blühst ja nicht mehr.

Das Gedicht stammt von:
Hermann Löns, (1866-1914)



16. Juni 2007 Ach ja,
um diese, immer wieder in Märchen, Liedern und Gedichten auch als "Blaue Blume der Romantik" besungene Blume rankt sich eine schöne Legende, die sich auch in zahlreichen Gedichten widerspiegelt.
Die Geliebte eines jungen Ritters, der an einem Kreuzzug teilnahm, wartete am Wegrand vor dem Stadttor mit ihren Hofdamen auf seine Rückkehr.
Doch der untreue Ritter kam nicht mehr zurück. Auch als sie schon nicht mehr an eine Rückkehr des Ritters glaubten, weigerte sich das Burgfräulein, die Hoffnung aufzugeben. Und so konnte man diese kleine Gruppe noch lange Tag für Tag vor dem Stadttor warten sehen. Schließlich hatte der Himmel ein Einsehen. Das Burgfräulein wurde mit seinen Hofdamen in Blumen - Wegwarten - verwandelt, wobei die Hofdamen in blaue
22. Juni 2007und die unglückliche Geliebte in eine weiße Wegwarte verwandelt wurden.

Nach dem 1. Weltkrieg allerdings erscheint in Sagen
fassungen der Geliebte dann nicht als untreu, sondern als im Krieg gefallen.


So erklärte man sich die Entstehung der Wegwarte und die Tatsache, dass man neben den üblichen blauen auch gelegentlich mal eine weiße antreffen kann.
Hoffentlich fühlt sich unsere Wegwarte bei uns auch weiterhin wohl. Gerne werden wir ihr bei dem Warten auf ihren Geliebten Gesellschaft leisten.